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IT-Service 38 Siegfried Graf

Ratgeber · 4 Min. Lesezeit

Festnetznummer auf das Handy umleiten: so funktioniert es

Von Siegfried Graf, IT-Service 38 · Stand: Oktober 2026

Geschäftstelefon und Smartphone auf einem Schreibtisch

Kurz gesagt

Eine Rufumleitung vom Festnetz auf das Handy lässt sich je nach Anschluss über einen Tastencode am Telefon, über die Telefonieeinstellungen des Routers oder im Kundenportal des Anbieters einrichten. Entscheidend sind die gewünschte Variante (sofort, bei Nichtmelden, bei besetzt) und die Kosten: Den weitergeleiteten Anrufteil zahlt in der Regel der Inhaber des umleitenden Anschlusses nach seinem Tarif.

Drei Arten der Rufumleitung

Bevor Sie etwas einrichten, sollten Sie festlegen, wann die Umleitung greifen soll. Die meisten Anschlüsse und Telefonanlagen unterscheiden drei Varianten, die sich auch kombinieren lassen.

  • Sofort (ständig): Jeder Anruf wird direkt auf das Handy weitergeleitet, das Festnetztelefon klingelt nicht.
  • Bei Nichtmelden: Das Festnetztelefon klingelt zuerst; wird nach einer eingestellten Zeit nicht abgenommen, geht der Anruf an das Handy.
  • Bei besetzt: Nur wenn die Leitung belegt ist, wird auf das Handy umgeleitet.

Für kleine Betriebe ist die Umleitung bei Nichtmelden oft der beste Kompromiss: Wer im Büro ist, nimmt ab; wer unterwegs ist, wird nach einigen Sekunden auf dem Handy erreicht. Eine sofortige Umleitung ist sinnvoll, wenn das Büro für längere Zeit nicht besetzt ist.

Weg 1: Tastencode am Telefon

Viele Anbieter unterstützen die aus dem Mobilfunk bekannten Steuercodes auch im Festnetz. Sie werden am angeschlossenen Telefon eingegeben, danach folgt eine Bestätigungsansage oder ein Quittungston. Welche Codes Ihr Anschluss akzeptiert, steht in der Hilfe Ihres Anbieters; die folgenden Codes sind weit verbreitet, aber nicht überall freigeschaltet.

  1. Sofortige Umleitung einschalten: *21*Zielrufnummer# und Hörer abnehmen bzw. Wahltaste drücken. Ausschalten: #21#
  2. Umleitung bei Nichtmelden: *61*Zielrufnummer# – ausschalten mit #61#
  3. Umleitung bei besetzt: *67*Zielrufnummer# – ausschalten mit #67#
  4. Zielrufnummer immer vollständig mit Vorwahl eingeben, etwa 0171…
  5. Anschließend von einem anderen Telefon testen, ob die Umleitung tatsächlich greift.

Wichtig: Steht hinter dem Telefon ein eigener Router oder eine Telefonanlage, werden die Codes dort unter Umständen abgefangen und nicht an das Netz weitergegeben. Dann führt Weg 2 zum Ziel.

Weg 2: Rufumleitung im Router einrichten

Bei den meisten heutigen IP-Anschlüssen übernimmt der Router die Telefonie. Gängige Modelle haben im Bereich Telefonie einen Menüpunkt für Rufumleitung oder Rufbehandlung. Dort wählen Sie die eingehende Rufnummer, das Ziel und die Variante aus. Häufig lässt sich zusätzlich festlegen, ob die Umleitung nur zu bestimmten Zeiten aktiv sein soll.

Technisch gibt es zwei Verfahren: Entweder baut der Router selbst eine zweite Verbindung zum Handy auf, dann sind während des Gesprächs zwei Leitungen belegt. Oder der Router übergibt die Umleitung an das Netz des Anbieters (oft als Umleitung „im Netz“ oder „in der Vermittlungsstelle“ bezeichnet), dann bleibt die Leitung frei und die Umleitung funktioniert sogar, wenn der Router ausgeschaltet ist. Für Betriebe ist die zweite Variante meist besser.

Weg 3: Kundenportal oder Cloud-Telefonanlage

Viele Anbieter bieten im Kundenportal oder in einer App eine Rufumleitung an, die direkt im Netz geschaltet wird. Das ist praktisch, wenn Sie nicht vor Ort sind und die Umleitung kurzfristig ändern möchten.

Nutzen Sie eine Cloud-Telefonanlage oder Microsoft Teams als Telefonanlage, gibt es statt einer einfachen Umleitung meist flexiblere Möglichkeiten: Parallelruf auf Tischtelefon und Handy, Gruppen, Zeitpläne und Ansagen. Das Handy klingelt dann über eine App mit der Firmennummer als Absender, statt dass Anrufe auf eine private Mobilnummer weitergeleitet werden.

Kosten und Rufnummernanzeige

Eine Umleitung besteht aus zwei Teilen: dem Anruf des Kunden bis zu Ihrem Festnetzanschluss und der Weiterleitung von dort zum Handy. Den zweiten Teil bezahlt üblicherweise der Inhaber des Festnetzanschlusses zu seinem Tarif. Ob Gespräche in Mobilfunknetze in Ihrer Flatrate enthalten sind, sollten Sie vorab in Ihrem Vertrag prüfen.

Ob auf dem Handy die Nummer des Anrufers oder Ihre Festnetznummer erscheint, hängt vom Anbieter und vom Umleitungsverfahren ab. Wer sicher erkennen möchte, dass ein Geschäftsanruf eingeht, ist mit einer App-Lösung der Telefonanlage meist besser bedient.

Worauf Betriebe zusätzlich achten sollten

  • Mailbox-Falle: Ist das Handy aus, nimmt die Mobilbox den Anruf an – die Festnetz-Mailbox bekommt davon nichts mit.
  • Zuständigkeit: Klären Sie, wer im Urlaub oder im Krankheitsfall die Umleitung ändert.
  • Datenschutz: Geschäftliche Anrufe auf private Handys landen in privaten Anruflisten und Kontakten.
  • Dokumentation: Notieren Sie, wo die Umleitung eingerichtet ist – Router, Portal oder Telefonanlage. Sonst wird die Fehlersuche später mühsam.

Häufige Fragen

Warum funktioniert der Code *21* bei mir nicht?
Entweder unterstützt Ihr Anbieter die Steuercodes nicht, oder Router bzw. Telefonanlage verarbeiten die Eingabe selbst. Richten Sie die Umleitung dann im Router oder im Kundenportal ein.
Wer bezahlt die Rufumleitung?
Der Anrufer zahlt bis zu Ihrem Festnetzanschluss. Den weitergeleiteten Teil zum Handy bezahlt in der Regel der Inhaber des umleitenden Anschlusses nach seinem Tarif.
Kann ich auf mehrere Handys gleichzeitig umleiten?
Mit einer einfachen Rufumleitung nicht. Dafür benötigen Sie eine Telefonanlage, Cloud-Telefonie oder Teams-Telefonie mit Gruppen- oder Parallelruf.
Funktioniert die Umleitung, wenn der Strom ausfällt?
Nur wenn sie im Netz des Anbieters geschaltet ist. Eine Umleitung, die der Router selbst ausführt, funktioniert bei ausgeschaltetem Router nicht.

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