Ratgeber · 3 Min. Lesezeit
Windows 11: Geräte-Kompatibilität prüfen
Von Siegfried Graf, IT-Service 38 · Stand: Oktober 2026

Kurz gesagt
Die Microsoft-App „PC-Integritätsprüfung“ zeigt, ob ein Gerät Windows 11 unterstützt. Fehlen TPM 2.0 oder Secure Boot, sind sie oft nur im UEFI deaktiviert. Ein nicht unterstützter Prozessor lässt sich dagegen nicht nachrüsten; dann ist meist ein neues Gerät die saubere Lösung.
Ausgangslage: Supportende von Windows 10
Der reguläre Support für Windows 10 endete am 14. Oktober 2025. Seitdem erhalten Geräte ohne Teilnahme am Programm für erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) keine Sicherheitsupdates mehr. Für Privatanwender lief ESU ein Jahr bis zum 13. Oktober 2026; Unternehmen können ESU kostenpflichtig und zeitlich begrenzt beziehen. Prüfen Sie den aktuellen Stand bei Bedarf auf den Lifecycle-Seiten von Microsoft.
Für Geräte mit Internetzugang ist der Umstieg auf Windows 11 deshalb die naheliegende Lösung – vorausgesetzt, die Hardware unterstützt es.
Die Mindestanforderungen
Die Mindestwerte sagen wenig über die Alltagstauglichkeit aus. Für flüssiges Arbeiten sind 8 GB Arbeitsspeicher und eine SSD deutlich angenehmer.
- Prozessor: kompatibler 64-Bit-Prozessor aus der von Microsoft veröffentlichten Liste unterstützter CPUs, mindestens 1 GHz und zwei Kerne
- Arbeitsspeicher: mindestens 4 GB
- Speicher: mindestens 64 GB
- Systemfirmware: UEFI mit Secure-Boot-Fähigkeit
- TPM: Trusted Platform Module Version 2.0
- Grafik: kompatibel mit DirectX 12 / WDDM 2.0
Schritt für Schritt prüfen
- Laden Sie die App „PC-Integritätsprüfung“ (PC Health Check) von der Microsoft-Website herunter und führen Sie die Windows-11-Prüfung aus. Sie nennt konkret, welche Anforderung nicht erfüllt ist.
- TPM prüfen: Drücken Sie Windows-Taste + R, geben Sie „tpm.msc“ ein. Unter „TPM-Herstellerinformationen“ steht die Spezifikationsversion. Fehlt ein TPM, ist es möglicherweise im UEFI deaktiviert (oft als „fTPM“ bei AMD oder „PTT“ bei Intel bezeichnet).
- Secure Boot prüfen: Windows-Taste + R, „msinfo32“ eingeben. In der Systemübersicht stehen „BIOS-Modus“ (sollte UEFI sein) und „Sicherer Startzustand“.
- Prozessor prüfen: Ebenfalls in msinfo32 sehen Sie das genaue Modell. Vergleichen Sie es mit der Liste unterstützter Prozessoren von Microsoft.
Wenn TPM oder Secure Boot fehlen
Bei vielen Geräten ab etwa 2018 sind TPM 2.0 und Secure Boot vorhanden, aber ab Werk deaktiviert. Sie lassen sich in den UEFI-Einstellungen aktivieren. Aber Vorsicht: Läuft das System noch im alten BIOS-Modus (Legacy/CSM) mit MBR-Partitionierung, startet Windows nach dem Umschalten auf UEFI nicht mehr, bis der Datenträger konvertiert wurde. Microsoft stellt dafür das Werkzeug MBR2GPT bereit.
Wenn Sie mit UEFI-Einstellungen nicht vertraut sind, lassen Sie diese Änderungen fachkundig vornehmen und sichern Sie vorher Ihre Daten.
Wenn der Prozessor nicht unterstützt wird
Ein nicht unterstützter Prozessor lässt sich bei Notebooks praktisch nie und bei Desktop-PCs nur selten sinnvoll tauschen. Im Internet kursieren Anleitungen, um die Prüfung zu umgehen. Davon ist abzuraten: Microsoft sichert auf nicht unterstützter Hardware keine Updates zu, und es können Kompatibilitätsprobleme auftreten.
In diesem Fall ist ein neues Gerät meist die wirtschaftlichere und sicherere Lösung. Daten, Programme, E-Mail-Konten und Drucker werden dabei übernommen.
Vor dem Upgrade: Inventar und Sicherung
- Liste der genutzten Programme mit Lizenzschlüsseln erstellen.
- Bei Fachanwendungen beim Hersteller die Windows-11-Freigabe prüfen.
- Vollständige Datensicherung auf externem Datenträger oder in der Cloud.
- Zugangsdaten für E-Mail, Microsoft-Konto und wichtige Dienste bereithalten.
- Upgrade durchführen, danach Drucker, Programme und Sicherung testen.
Upgrade, Neuinstallation oder neues Gerät?
Ist das Gerät kompatibel, gibt es zwei Wege. Beim In-Place-Upgrade über Windows Update oder den Installationsassistenten bleiben Daten, Programme und Einstellungen in der Regel erhalten. Das ist der schnellste Weg, übernimmt aber auch Altlasten eines über Jahre gewachsenen Systems.
Eine Neuinstallation dauert länger, weil Programme neu eingerichtet und Daten zurückgespielt werden müssen. Dafür startet das System sauber und läuft oft spürbar flüssiger. Bei älteren Geräten mit klassischer Festplatte lohnt es sich, im selben Zug auf eine SSD umzusteigen. Ist das Gerät nicht kompatibel oder ohnehin am Ende seiner Lebensdauer, ist ein neues Gerät meist die wirtschaftlichere Wahl. Die alten Datenträger sollten vor der Entsorgung sicher gelöscht oder physisch zerstört werden.
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